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„The truth is rarely pure and never simple.“ – Oscar Wilde

Der Mai wurde eingeleitet und zwar so wie ich ihn mag – regnerisch, neblig und mild – moody also. Das perfekte Wetter um neue Pfade zu erkunden oder alte Wege mit neuen Augen zu sehen. Ich hab mir einen Ort gesucht, an dem ich ständig vorbei fahre. Ich kenne mich hier ein wenig aus, doch weiß ich nie, was hinter den Wäldern liegt, die meinen Horizont ergeben. So war es an der Zeit den Fokus auf das Unbekannte zu legen. Ich wandere durch einen Dickicht aus Büschen und folge einem kleinem Zulauf, er führt hin durch in einen schönen Fichtenwald. Typisch für diese Gegend, doch durch den Regen wirkt dieser Wald besonders kontrastreich und grün. Ich erkunde den Weg, der gesäumt ist mit einem Jagdhochstand. Durch die Äste hindurch erkenne ich eine Art Moor oder Tümpel und darin spaziert ein Kranich mitten im Wald. Diesen Kranich beobachte ich eine Weile, setzte mich auf einen Baumstumpf in der Nähe, lausche dem Klang meiner Umgebung und genieße die Ruhe. Der Kranich verschwindet im Wald und geht buchstäblich dort spazieren. Von den Baumwipfeln aus werde ich von Eichhörnchen ausgespäht, doch sie lassen mich passieren. In der Ferne lockt mich der Blick auf einiges Totholz. Ich bahne mir weiter den Weg durch ein unbekanntes Gebiet. Überall liegen alte Kiefern herum, gebrochene und rutschige Äste unter meinen Blundstones. Kein Wunder, dass hier niemand herkommt, was aber völlig in Ordnung ist, denn die Natur ist hier ungestört. Ich erklimme eine kleine Erhöhung und erhasche einen Blick auf die nächste Ebene. Plötzlich ertönt ein lautes Flügelschlagen und zwei Kraniche kommen mit lauten Schreien aus der Senke geflogen. Ich bin in ihr Gebiet eingedrungen und wurde enttarnt. Der Schreck und auch die Ehrfurcht vor diesen Vögeln hält noch einen kurzen Moment an. Ich ziehe mich zurück, denn vielleicht ist es auch ein Brutgebiet und ich möchte die Vögel nicht stören. So ziehe ich weiter und lasse meine Blick über den Waldboden schweifen. Klee, Buschwindröschen und Pilze soweit das Auge reicht, hinter einem Baumstumpf kommt ein Feldhase hervorgesprungen und sorgt für den nächsten glücklichen Schreck an diesem Tag. Ich wandere umher und wieder treffe ich ihn – den Kranich, der durch die Bäume spaziert. Völlig entspannt stakst er durch das Unterholz ohne mich zu entdecken. Ich lasse ihn ziehen und verlasse somit seine heiligen Hallen voller Zufriedenheit und innerer Ruhe.

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