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„The truth is rarely pure and never simple.“ – Oscar Wilde

By tomorrow we’ll be lost amongst the leaves

In a wind that chills the skeletons of trees

And when the moon, it shines, I will leave two lines

Just find my love, then find me

Tomorrow by Daughter

Diesen Nachmittag wollte ich eigentlich mit einer neuen Serie Selbstportraits verbringen, ich hatte schon alles geplant, aber wie so oft kommt es dann doch anders als man denkt. Ich klebe an meinem Laptop, arbeite meine Aufträge ab. Die Sonne lacht. Immer wieder fällt mein Blick auf die Uhr – nur noch kurz und dann machst du dich auf den Weg. Wieder eine Stunde später – die Sonne senkt sich langsam – nun aber los! Schnell die Tasche gepackt, warm angezogen und raus auf das Fahrrad. Die Straße ist vereist, doch befahrbar. Die Sonne im Rücken und Vance Joy im Ohr. Es ist schon Mitte Februar, so einen Winter wie in diesem Jahr hatten wir hier in der Uckermark seit ungefähr 10 Jahren nicht mehr. Es ist eisig, aber trotzdem schön. Die weiße Weite überall wohin man blickt. Die Äste der Bäume glitzern im Licht, sind mit einer dünnen Schicht Eis bedeckt. Überall findet man Spuren von Rehen, Füchsen und Hasen, ich kann nur vermuten, wann sich unsere Wege im Wald gekreuzt hätten. Im Wald angekommen merke ich, dass das Licht genau die falsche Seite, die ich eigentlich geplant hatte, anstrahlt. Dann steht auch noch ein Auto mitten auf der Lichtung. Dort sind sonst nie Menschen. Ich grummle vor mich hin. Was nun? Ich hab alles dabei und so ergebnislos will ich nicht wieder nach Hause. Ich streife etwas verloren durch die Gegend, immer noch abwiegend, ob ich warten soll und dann meine Chance nutze oder etwas anderes mache. Mein Blick fällt auf den Rückweg, den ich einschlagen würde. Dort steht die Sonne tief und scheint durch die Bäume. Das Licht gefällt mir und wärmt mich. So begebe ich mich auf die Suche nach den kleinen Dingen und studiere ihre Ästhetik im Licht der untergehenden Sonne. Silhouetten, schmelzender Schnee, Spuren – das ist plötzlich viel interessanter als ein Selbstporträt zu machen. Ich wandere durch den knackenden Schnee, höre die Krähen, belausche das Tagwerk eines Spechts durch die Borke einer Kiefer. Der Himmel färbt sich langsam in zarte Pastelltöne und das Zwielicht setzt ein. Der letzte Tanz der Sonne an diesem Abend hat begonnen. Ich verschmelze mit ihr auf einem weißen Feld und löse unseren Bund für diesen Tag. Sie geht unter und ich mit ihr.

2 comments on “The glory of light

  1. Senf Senf sagt:

    Wenn ein Untergang so aussieht, dann ist ja alles in Ordnung.;-)

    LlEs tut immer gut zu lesen, dass man nicht der einzige ist, der Fotos plant und dann ganz andere Fotos macht. Eine fertige Idee loslassen zu können und trotzdem noch so eine Ausbeute mach Hause zu bringen ist doch richtig gut. Tolle Bilder. Danke für die Geschichte dazu!

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    1. Danke für die lieben Worte 🙂 Ich bin auch froh gewesen, als ich eher die Chance genutzt habe etwas Ungeplantes zu machen und bin mit den Ergebnissen dann doch noch glücklich von dannen gezogen. Spontan ist immer am besten.

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