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„The truth is rarely pure and never simple.“ – Oscar Wilde

Mal wieder eine einsame Fahrt durch die Wiesen und Wälder meiner Heimat. Morgens war es richtig schön düster und diese Stimmung war die perfekte Verlockung für mich vor der Arbeit nochmal loszufahren. Angezogen mit dem üblichen Herbstoutfit – Mütze, Hundedecke, Chelsea Boots – war nach kurzer Zeit klar, dass es unheimlich schwül werden würde und somit verschwand die Hälfte der Klamotten gleich wieder im Rucksack. Die erhoffte Kälte blieb aus, nur ein bedeckter Himmel und keine Sonne.

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Okay, na dann ab zum See – ich fahre ja am liebsten die Asphaltstraße entlang, aber dieses Mal zog ich die Wege meiner Kindheit vor – hinter den Häusern entlang direkt durch den Wald. Hier sieht alles noch genauso aus wie in alten Zeiten. Der Wald war schon immer dunkel an dieser Stelle, die Wege mit Schafgarbe und Hahnenfuß überwuchert. Der Geruch erinnert mich an damals  – als man noch jung und unwissend war. Manchmal wünsche ich mir diese Zeit zurück, denn die Probleme die wir heute haben waren als Kind überhaupt nicht relevant.

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Ich kann mir nicht vorstellen, wie schnell eigentlich die Zeit verrinnt. Eben war es noch der Sommer 2001 an diesem Strand mit Kaktus-Eis und Luftmatratzen, aber einen Wimpernschlag später scheint alles so weit entfernt und scheint nur noch eine tief vergrabende Erinnerung zu sein. Vielleicht liegt es am Wetter, dass mir all das wieder einfällt – die Sommer meiner Kindheit waren nur so – bewölkt und regnerisch. Aber ich mag es und es macht mich wehmütig. Zum Glück gibt es diese Orte und zum Glück habe ich die Erinnerung daran, wie es einmal war.

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Die langen Radtouren mit meiner Mutter, meiner Sestra, meiner Cousine und meiner Tante – ich hab das Gefühl, dass ich in diesen Sommern nie vom Rad abgestiegen bin – wir haben immer all unsere Ziele mit dem Rad erreicht und so ist es noch heute. Ich komme überall hin, auch wenn ich nicht weiß, wo ich raus komme, aber nach Hause finde ich immer. Der innere Kompass ist darauf eingestellt. Und so endet auch diese Tour schon wieder, wird ein Teil meiner Erinnerung mit dem Abzweig zu weit aus älteren Erinnerungen. Egal ob die Wege immer noch die alten sind, mit Asphalt überzogen wurden oder gar verschwunden sind – sie sind immer noch da – irgendwo.

Ein Pfad in die Vergangenheit.

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One comment on “Wilder’s Diaries – Eine Fahrt in die Vergangenheit

  1. Wanderblende sagt:

    Mal wieder großartige Serie, gefällt mir seeeehr gut 🙂

    Gefällt mir

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